Die Geschichte der Stafforter Sportvereine 1912 -1988
von Hanna Heidt
Im Jahre 1912 hatten sich in Staffort sportbegeisterte Männer zusammengefunden und den "Turnverein Staffort e.V." gegründet. Dass diese Männer im Sport ein Ideal sahen, beweist die von ihnen damals erlassene Vereinssatzung. "Der Zweck des Turnvereins ist: Stärkung des Körpers und des Geistes, verbunden mit regem vaterländischem Sinn, um so für den einzelnen Kraft und Wohlsein und für das ganze Macht und Größe zu erstreben". Bezüglich der Mitgliedschaft war vermerkt, dass jeder Turner werden kann, "der das 17. Lebensjahr erreicht hat und dessen Leumund ein unbescholtener ist". Dies und auch ein allgemeines Gesetz des Turnvereins zeugen davon, wie streng damals die Statuten aufgestellt wurden. "Jedes Mitglied ist zur strengen und gewissenhaften Befolgung der Satzungen und zum ernsten Gehorsam gegen die Vorgesetzten verpflichtet, insbesondere aber zu tüchtigem, ehrenhaftem Lebenswandel, zur regen Teilnahme in den allgemeinen Angelegenheiten des Vereins, zur Förderung des Turnwesens, zu gegenseitigem, freundschaftlichem Entgegenkommen und zur Verhütung aller Anlässe zum Streite oder zur Uneinigkeit".
Dem Turnverein stand damals ein Turnplatz vor der Dreschhalle und über Winter die Waghalle zum Turnen zur Verfügung. Im April 1921 wurde im Gasthaus "zur Kanne" ein Fußball-Club ins Leben gerufen, der den Namen Fußballclub Viktoria Staffort erhielt, und dem sich 40 Mitglieder anschlossen. Dieser Verein richtete damals an die Gemeinde ein Gesuch um Zuweisung eines geeigneten Platzes, das jedoch abgelehnt wurde, "da im allgemeinen Interesse bei dieser futterarmen Zeit Gemeindewiesen zu Sportplätzen nicht verwendet werden können". Vorgeschlagen wurde, den Turnplatz des Turnvereins mitzuverwenden, was jedoch nicht ohne Streitigkeiten blieb. Auf Grund eines an das Badische Bezirksamt gerichteten Gesuchs bat dieses die Gemeinde um einen Platz "zur Förderung des Sportvereins, durch welchen am besten dem Hang zum Müßiggang und zur Vergnügungssucht entgegengearbeitet werden könne". Die Antwort darauf war wiederum, dass kein geeignetes Gelände zur Verfügung gestellt werden könne, da dieses für einen Spielplatz zu wertvoll sei und nicht vergeudet werden könne. Schließlich erfolgte unterm 3. Februar 1922 von der Forstabteilung des Ministeriums die Genehmigung zur Abholzung von 0,80 Hektar Wald des Schlages 12 zwecks Anlage eines Sportplatzes. Sportbegeisterte Männer fanden sich nun zusammen, um in freiwilliger, mühe-voller Arbeit dieses Gelände auszustücken und zu einem Sportplatz zu gestalten. 1933 stimmte der Bürgerausschuss einer Waldausstockung im Maßgehalt von 0,35 Hektar zwecks Erweiterung des Sportplatzes zu. Wieder waren eifrige Sportanhänger am Wirken, um auf freiwilliger Basis dieses Werk durchzuführen. Es war ein schwieriges Unterfangen, den Platz auszustücken.
So hatte Staffort eine Zeit, in der der Sport in voller Blüte stand, die allerdings abgelöst wurde, durch eine Zeit, in der Staffort in sportlicher Hinsicht völlig untätig war.Nach dem Kriege blühte im Jahre 1946 mit der Gründung des "Turn- und Sportvereins Germania" das sportliche Leben wieder auf und zwar bildete der Handballsport das Fundament des Vereins. Die Sportbegeisterung war so groß, dass Staffort zunächst eine erste, eine zweite, eine Jugendmannschaft und eine Damenmannschaft stellen konnte. Allerdings war bald nur noch eine erste Mannschaft auf dem Spielfeld, die jedoch einen guten Tabellenstand aufzuweisen hatte und sich an die Spitze der Kreistabelle heraufgekämpft hatte. Als der Fußballsport immer mehr Interesse an sich zog, tauchte plötzlich der Gedanke auf, vom Handball auf den Fußball umzustellen, um so vielleicht auch wieder mehr Zuschauer auf dem Sportplatz zu sehen. Eine Sportplatzerweiterung und Planierung konnten mit amerikanischer Hilfe bald vollzogen werden. Auch ein Clubhaus wurde geplant. Viele freiwillige Helfer und Handwerker ermöglichten es, mit den zur Verfügung stehenden Mitteln 1947/48 diesen Plan zu verwirklichen. Doch die Begeisterung und das Interesse am Fußballsport sanken allmählich so ab, dass anstatt drei Mannschaften nur noch eine Mannschaft aufgestellt werden konnte. Schließlich war es so weit, dass es aller Mühe der Vorstandschaft bedurfte, um überhaupt noch elf Spieler aufs Spielfeld stellen zu können. Dann ließ es sich nicht mehr aufhalten, die Mannschaft ganz aus dem Spielbetrieb zu ziehen. So lag ab dem Jahre 1957 die Stafforter Sportstätte verwaist bis auf die Sportstunden der Volksschule. Von sportbegeisterter Jugend angetrieben wurde am 29. Mai 1964 der "Sportverein Staffort" im Bürgersaal des Rathauses gegründet, unter dem Leitgedanken der Vorfahren zur "Stärkung des Körpers und des Geistes".
Getragen von dem Wunsch, in Staffort wieder einen Fußballverein zu gründen trafen sich am 18. Mai 1964 zu einem ersten Gespräch cirka siebzig junge Männer im "Gasthaus zur Krone". Nachdem von einem kleinen Team alle entsprechenden Formalitäten auch mit dem Badischen Sportbund vorbereitet waren, fand am 29. Mai 1964 die Gründungsversammlung im Rathaus in Staffort statt. Die Vereinsbezeichnung lautete "Sportverein Staffort" (SVS). Die Vereinsfarben wurden in schwarz/weiß festgelegt. Zum ersten Vorsitzenden wurde Karl Heidt gewählt.
Als vordringliches Ziel setzte sich der Sportverein die Instandsetzung des Sportplatzes und die Renovierung des Clubhauses, die beide in einem verwahrlosten Zustand waren. Der Trainingsbetrieb konnte dennoch bald aufgenommen und bereits zur Spielsaison 1964/65 zu den Verbandsspielen zwei Mannschaften gemeldet werden.
Was auf der Sportanlage noch fehlte, war das elektrische Licht. Nach entsprechenden Verhandlungen mit dem Badenwerk wurde zu einem annehmbaren Preis der Strom zum Sportplatz verlegt. Da der Sportplatz nicht die üblichen Maße hatte, er war zu kurz und zu schmal, war die nächste Maßnahme, den Platz entsprechend zu erweitern. Kaum waren diese Arbei-ten abgeschlossen, wurde der dringende Bedarf nach sanitären Einrichtungen laut, was den Plan zum Bau eines größeren Clubhauses erforderlich machte, da ein Einbau dieser Anlage im kleinen Clubhaus unmöglich war.

clubhaus 2Im Jahr 1968 konnte das Clubhaus mit Wirtschaftsraum, Küche, Duschraum und Sanitäranlagen eingeweiht werden. Um einen ordentlichen Spielbetrieb und das Training zu ermöglichen, wurde ein zweiter Sportplatz dringlich notwendig, der 1974 eingeweiht werden konnte. Das alte Clubhaus wurde 1978 als Jugendraum übergeben und ferner ein Geräteraum angebaut.

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1988 war der Sportverein wieder am bauen. Die lange geplante Erweiterung des Clubhauses wurde durchgeführt.

 

 

 

 

 

 

 

Im Spielbetrieb des Sportvereins standen zwei Seniorenmannschaften und eine AH-Mannschaft. 1978 schaffte die erste Mannschaft den Aufstieg in die A-Klasse, stieg allerdings 1982 wieder in die B-Klasse ab. Als weiterer sportlichen Erfolg ist der Gewinn des Stutenseepokals 1984 zu werten. Als Endspielgegner wurde Verbandsligist FC Germania Friedrichstal mit 3:2 Toren besiegt.
In der Spielrunde 1987/88 verpasste der SVS im Entscheidungsspiel gegen den ASV Hags-feld die Teilnahme zur Aufstiegsrunde in die A-Klasse.
Im Spieljahr 1988/89 schloss der SVS die Verbandsrunde als Tabellenzweiter hinter dem ASV Hagsfeld ab. Bei den Entscheidungsspielen zur A-Liga wurde der Türkische SV mit 2:0 besiegt. In einer weiteren Begegnung unterlag man jedoch dem TSV Wöschbach unglücklich mit 1:0. Durch einen Sieg über den Türkischen SV schaffte der TSV Wöschbach den Sprung nach oben vor unserer Mannschaft.
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I. Mannschaft 1988/98
von links: Jürgen Holderer, Uwe Reeb, Michael Will, Hans-Peter Linder, Jörg Kössl, Ralph Burgstahler, Jürgen Pfeiffer, Peter Bürkle, Arndt Walschburger
Trainer: Dieter Kiefer
1.Spielausschuss: Hugo Schilling
Ernst Heidt, Andreas Heiler, Claus-Dieter Reißle, Klaus Balog, Markus Steidl, Bernd Schlimm, Walter Hauth

Erste Vorsitzende des SVS waren:
28. Mai 1964 bis 1972 Karl Heidt
1972 bis1973 Heinrich Sickinger
1973 bis 1975 Edmund Süß
1975 bis 1979 Karl Heidt
1979 bis 1983 Edmund Süß
1983 bis 1987 Edgar Hauth
1988 bis 1989 Martin Beck
1989 bis 2002 Ottmar Speckert
ab 2002 Geschäftsführer

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